Kommandanten-Dienstbesprechung in Pfahlbronn

Der Kreisfeuerwehrverband hatte bei sonnigem Winterwetter zum traditionellen „Kommandanten-Frühstück“ diesmal nach Pfahlbronn (Gmd. Alfdorf) geladen. Dort ließ es sich Bürgermeister Michael Segan an seinem Geburtstag nicht nehmen, die Führungskräfte von Rems und Murr persönlich zu begrüßen und in einer beeindruckenden Bildershow das „Sonnendeck des Remstals“ vorzustellen.

 

Alexander Weihler, Kommunalbeauftragter der EnBW, stellte die im Kreis bereits bestens genutzte Mobile Brandübungsanlage des Energieversorgers vor und wies auf die zahlreichen Berührungspunkte des Unternehmens mit den Feuerwehren hin. Auch im Bereich der neuen Gefahren durch E-Mobilität und Gasleitungen bietet die EnBW den Feuerwehren Schulungen und Unterweisungen vor Ort an. Ein Infokoffer mit Gaswarngeräten steht ebenfalls zur Verfügung.

Über die Aufgaben der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) informierteDennis Mangold von der Feuerwehr Backnang. Der Diplom-Theologe und ausgebildete Rettungssanitäter ist Fachberater PSNV im Rems-Murr-Kreis. Die „Hilfe für Helfer“ ist aus den Erfahrungen des Einsatzes beim Busunglücks in Donaueschingen im Jahr 1992 entstanden. Damals kamen 21 Menschen ums Leben, 35 wurden verletzt. Beim Zugunglück in Eschede (1998) konnte die Einsatzkräftenachsorge den Rettern bereits ihre Hilfe anbieten. Auch im Rems-Murr-Kreis gab und gibt es immer wieder Grenzerfahrungen für die Einsatzkräfte, nicht zuletzt bei Mangolds eigener Feuerwehr mit Blick auf die Brandkatastrophe im Jahr 2013, bei der acht Menschen ums Leben kamen.

Die PSNV-Berater bietet wichtige Unterstützung für Betroffene und für Einsatzkräfte an. „Zu Feuerwehrleuten kommen Feuerwehrleute“, so Mangold. Aufgabe sei die „Milderung des Stresserlebens“. Die PSNV-Leute „üben keine Einsatzkritik, leisten auch keine Supervision oder Therapie – wir bieten nur Vorsorge“. PSNV kann über die Leitstelle angefordert werden. Gesprächsrunden mit allen am Einsatz Beteiligten werden angeboten. Diese könnten direkt nach dem Einsatzgeschehen notwendig sein, empfohlen wird vom Mangold eine Zeitphase von „zwei bis drei Tagen nach dem Einsatz, längstens aber eine Woche“. Weitere Infos bietet u.a. die Homepage des Landratsamtes (Bevölkerungsschutz).

Marco Flittner, Leiter Rettungsdienst im Rems-Murr-Kreis, führte das interessierte Publikum in die Arbeit des Rettungsdienstes ein. Ein besonderer Schwerpunkt war dabei die Novellierung des Rettungsdienstgesetzes und die damit verbundene Umstellung des Berufsbildes „Notfallsanitäter“. Auch hier wird der Rems-Murr-Kreis seiner Vorreiterrolle gerecht: aktuell bildet das DRK im Landkreis 23 Notfallsanitäter aus – bei 160 hauptamtlichen Kräften eine stolze Zahl. Die Bewerberlage ist gut; im Jahr 2017 bewarben sich 172 Interessenten für die dreijährige Ausbildung im Kreis. 120 000 Euro kostet jeder Ausbildungsplatz. Das DRK habe aktuell 59 Notfallsanitäter „auf der Straße“, so Flittner.

Das Technische Hilfswerk agiert im Rems-Murr-Kreis gleich an zwei Standorten: Backnang und Schorndorf. Das ist noch den Altlandkreisen vor der Gemeindegebietsreform geschuldet. Bundesweit sind die rund 80 000 Helfer der Bundesanstalt auf 668 Ortsverbände aufgeteilt. Acht Landesverbände gibt es, 66 Regionalstellen, die allesamt hauptamtlich besetzt sind. Erst darunter wird es ehrenamtlich. Das THW betreibt in Neuhausen /Fildern eine der beiden bundesweiten Schulen, an zwei Logistikzentren werden die Hilfsmittel verwaltet.

Steffen Hoffmann, Zugführer im Ortsverband Backnang und Daniel Kuhn, Ortsbeauftragter in Schorndorf, stellten den Fahrzeugpark und die verfügbaren Gerätschaften im Rems-Murr-Kreis vor. In Schorndorf ist z.B. ein Radbagger verfügbar, der bei Brandschadensfällen angefordert werden kann. Dort werden für den Einsatzfall auch 80 Baustützen gelagert, das THW verfügt außerdem über Beleuchtungsmittel von insgesamt 543 000 Lumen Leistung (34 000 Watt). Die Fachgruppe Wasserschaden kommt ebenfalls zum Einsatz. 49 Aktive stehen in Schorndorf für den Ernstfall bereit, 60 sind es in Backnang, die Jugendgruppen nicht mitgerechnet. Ein Fachberater des THW kann von den Feuerwehren über die Leitstelle zu den Einsätzen beratend und kostenfrei angefordert werden.

Auf der Agenda des Verbandsvorsitzenden Georg Spinner standen aktuelle Informationen aus der Verbandsarbeit. Derzeit werden die Richtlinien für die Orden und Ehrenzeichen überarbeitet; ein Entwurf geht den Kommandanten in den nächsten Tagen zur Stellungnahme zu. Auch auf wichtige Termine wies der Vorsitzende hin: im Juli findet in Heidelberg der Landesfeuerwehrtag statt. Die LFV-Verbandsversammlung in Tuttlingen im Herbst wirf ebenfalls ihre Schatten voraus, genauso wie die Kreisfeuerwehrversammlung am 10. November, die diesmal in Welzheim stattfinden wird. Spinner erinnerte auch an den „Blaulicht-Gottesdienst“ am 15. November in Rudersberg.

Neuer Ansprechpartner für die „Brandschutzerziehung“ ist Jochen Zowe. Das im Rems-Murr-Kreis initiierte und inzwischen bundesweit bekannte Projekt „Jugendfeuerwehr trifft Industrie“ wird erfolgreich weitergeführt, hier ist Daniel Bahner von der Jugendfeuerwehr in Winnenden Ansprechpartner. Zum Schluss richtete Georg Spinner seinen Dank an den Alfdorfer Kommandanten Helmut Klenk und seine Frauen und Männer für die gelungene Ausrichtung des „Kommandanten-Frühstücks“ auf dem, wie Bürgermeister Segan es eingangs nannte: „Sonnendeck des Remstals“, das auch wettermäßig seinem Namen an diesem Samstagvormittag nach den Tagen der Eiseskälte in vollem Umfang gerecht wurde.

 

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Rems-Murr