Schon ganz Jung ans Löschfahrzeug

Nachwuchs In Alfdorf und Pfahlbronn führt die „Löschbande der Freiwilligen Feuerwehr Kinder ab sechs Jahren
ans Thema Löschen, Retten, Bergen und Sichern heran.

 

Christian Bergmann zieht einen grauen Kasten am Griff hervor. „Wer weiß, was da drin ist? ,
fragt er die acht Kinder. „Werkzeug! , ruft Axel sofort laut.
„Richtig , sagt Christian Bergmann zufrieden und fragt ein Mädchen: „Finja, welche Werkzeuge kennst du denn? Das Mädchen überlegt, genau wie die ganze Gruppe: Welche Werkzeuge gehören in ein Löschfahrzeug der Feuerwehr? Denn im Gerätebaus von Pfahlbronn hat gerade die „Löschbande Dienst, die Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Alfdorf.

Seit Juli 2018 werden aktuell 26 Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren alle zwei Wochen spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt.
Die Betonung liegt auf spielerisch. „Wenn wir zu sehr in das Thema Feuerwehr einsteigen,greifen wir zu viel vor auf das, was die Kinder ab zehn in der Jugendfeuerwehr lernen,
sagt Jessica Bergmann. Zusammen mit ihrem Mann Christian will sie nicht doppelt informieren, sondern Kindern ab sechs Jahren ein abwechslungsreiches Hobby bieten.
„Außer Handball und Fußball gibt es in Alfdorf nicht viel für Kinder , sagt Christian Bergmann.
Als ihre Söhne Kai und Tom dann in ein Alter kamen, in dem ein Hobby gut in den Alltag passen würde, hatten die Eltern die Idee mit der Kinderfeuerwehr. Christian Bergmann ist aktives Mitglied in der Abteilung Pfahlbronn, momentan durch läuft er den Lehrgang zum Gruppenführer.
Seine Frau war schon in der Jugend , des Technischen Hilfswerks aktiv und ist zudem Erzieherin, da war die Frage nach geeigneten Betreuern schnell geklärt.
Zusammen mit Michelle Priwitzer, die vor kurzem mit ihrem 18. Geburtstag von der Jugend- zur aktiven Wehr wechselte, stemmen Bergmanns die Dienste für 14 Pfahlbronner Kinder, in Alfdorf stellen Matthias und Maike Linckh zusammen mit Anita und Manuel Urban das Programm für zwölf Kinder auf die Beine.
„Regelmäßig machen wir auch Dienste zusammen, auch Weihnachtsfeier und Ausflüge , erzählt Maike Linckh.
Im Pfahlbronner Gerätehaus schaut sich die eine Gruppe mit Christian Bergmann das Löschfahrzeug an, während eine zweite Gruppe im Schulungssaal mit Jessica Bergmann spielt. Die Mädchen und Jungen stehen im Kreis und halten sich an den Händen.
Jessica Bergmann greift sich einen langen Gurt,
nimmt ihn doppelt und hängt ihn dem Jungen neben sich um den Arm.
„Versucht jetzt mal, ohne loszulassen durch den Gurt zu steigen , sagt sie. Mit vielen Verrenkungen klappt das, es wird viel gelacht.
„Die Kinder kommen gern, von Anfang an“, erzählt Bergmann hinterher. Groß geworben hätten sie für ihre Idee nicht,  doch von Anfang an waren die meisten der jetzigen Kinder dabei. Etwa die Hälfte habe einen Vater oder eine Mutter, die aktives Feuerwehrmitglied ist.
Auch die Kinder sind nun vollwertige Mitglieder der Feuerwehr, „aus versicherungstechnischen Gründen , erklärt Thomas Schurr.
Dem Jugendwart, der aktuell für rund 40 Jugendliche verantwortlich ist, hat die Idee der „Löschbande gleich gefallen. Auch wenn organisatorischer Aufwand nötig war.
„Wir mussten die Satzung ändern wegen des Mindestalters, erzählt Schurr,
„aber die musste ohnehin aktualisiert werden . Auch Kommandant Helmut Klenk und Pfahlbronns Abteilungsleiter Marco Grau unterstützten das Vorhaben.
Graus Ehefrau Kristina hilft bei der „Löschbande mit: „Ich finde gut, dass die Kinder jetzt früher einsteigen können.
Denn bis sie zehn Jahre alt sind und damit das bisherige Eintrittsalter erreicht haben, hätten die meisten schon irgendein Hobby. „So sind sie jetzt schon mit der Feuerwehr verbunden.
Ihre Tochter freue sich schon sehr auf die Teilnahme, sie ist allerdings erst drei Jahre alt.
Und auch die Söhne von Bergmanns haben sichtlich viel Spaß am Dienst. Der neunjährige Tom darf nach seinem nächsten Geburtstag Ende August in die Jugendwehr wechseln. „Da freu ich mich schon drauf! , sagt der blonde Junge bestimmt. „Dann habe ich jede Woche Dienst und nicht nur jede zweite".

 Von Cornelia Villani

Quelle: https://www.gmuender-tagespost.de/


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